LOGO
  • German
  • English
     Login     Suchen    
  
Grundlagen des Glattwalzens
Bild 1: Materialfluss
Material Flow

Das Glattwalzen ist ein Umformverfahren zur Erzeugung von hochwertigen, glatten Oberflächen oder von Oberflächen mit einer definierten Oberflächenstruktur. Die Randschicht eines Werkstücks wird mit Hilfe einer oder mehrerer Rollen bzw. Kugeln plastifiziert und umgeformt. Das Verfahren wird angewendet, wenn bei einem metallischen Bauteil eine hohe Oberflächengüte gefordert oder die gewünschte Oberflächengüte durch Zerspanung nicht prozesssicher erreichbar ist. Beschrieben wird das Verfahren unter anderem in der VDI Richtlinie 2032, in der auch die Unterschiede zum Rollieren deutlich gemacht werden.

Beim Glattwalzen entsteht an der Kontaktstelle zwischen dem Glattwalzwerkzeug und der Werkstückoberfläche eine Druckspannung, die beim Überschreiten der Werkstoffstreckgrenze eine plastische Verformung hervorruft. Die Rauheitsspitzen werden annähernd senkrecht zur Oberfläche niedergedrückt und der Materialfluss hebt die Rauheitstäler entsprechend von unten her an (Bild 1). Die Glättung erfolgt somit durch das Fließen der gesamten oberflächennahen Werkstoffschicht und nicht entsprechend einer weit verbreiteten falschen Annahme durch „Umbiegen“ oder „Umbördeln“ der Spitzen des Rautiefengebirges.

Alle Verfahren zur Herstellung hochwertiger Bauteiloberflächen können durch Glattwalzen ersetzt werden (z.B. Feindrehen, Schleifen, Reiben, Honen, Schwingschleifen, Läppschleifen, Polieren, Schaben). Es ist ein jahrzehntelang bewährtes Verfahren, das im Rautiefenbereich Rz < 10 μm große technische und wirtschaftliche Vorteile bietet. 

  • Die durch Glattwalzen erzeugten Oberflächen zeichnen sich durch eine einzigartige Oberflächenstruktur mit folgenden Eigenschaften aus:

    • Geringe Rauheit (Rz < 1 μm / Ra < 0,1μm) oder definierte Rauheit.
    • Abgerundetes Oberflächenprofil.
    • Hoher Profiltraganteil.
    • Geringere Reibung.
    • Erhöhte Verschleißfestigkeit.
    • Zunahme der Randschichthärte durch Kaltverfestigung.

    Das Verfahren bietet folgende Vorteile:

    • Kurze Hauptzeit.
    • Einsatz auf allen konventionellen oder CNC-Maschinen.
    • Fertigbearbeitung in einer Aufspannung.
    • Kein Werkstoffabtrag.
    • Einfach reproduzierbar.
    • Geringer Schmierstoffbedarf.
    • Geringe Geräuschemission.
    • Lange Werkzeugstandzeiten.
    • Keine Maßveränderung durch Werkzeugverschleiß.